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7 Fragen an… Hans-Joachim von anderswandern.de

In der Reihe “7 Fragen an…” befragen wir bekannte Blogger aus der Outdoorszene, wie sie zu ihrem Hobby, dem Wandern, gekommen sind. Dazu möchten wir von ihnen als erfahrene Wanderbegeisterte natürlich auch wissen, auf was sie bei ihrem Rucksack und ihrer Ausrüstung besonders achten. Heute befragen wir Hans-Joachim, der seit 2012 regelmäßig auf seinem Blog www.anderswandern.de rund um seine Wandertouren und Trekking schreibt. Er ist außerdem Buchautor einiger Wanderbücher, beispielsweise zum Wandern am AhrSteig.

anderswandern.de

Hans-Joachim von anderswandern.de

 

  1. Stell dich doch zunächst gerne kurz unseren Lesern vor! Wer bist du und was machst du beruflich? Seit wann bloggst du?

Ich bin leidenschaftlicher Wanderer. Ich bin im Hunsrück geboren, seit Jahrzehnten aber Wahlkölner – so kenne ich mich nicht nur im Rheinland, sondern auch an Ahr, Mosel und auf den umliegenden Höhen aus. Über meine Wandertouren und skurrilen Erlebnisse blogge ich in meinem Wanderblog „Anders wandern“.

Ich blogge seit 2012. Bei den Recherchen zu meinem AhrSteig-Wanderbuch hat mich eine Kollegin, der meine Texte gefielen, drauf angesprochen, warum ich nicht auch blogge. Die ersten Texte habe ich noch für den Wanderblog von Rheinland-Pfalz-Tourismus (www.wanderreporter.de) geschrieben; wenig später habe ich aber mithilfe eines Freundes dann mein eigenes Blog aufgesetzt.

Als Herausgeber und als Autor habe ich schon mehrere Wanderbücher herausgegeben. Meine Wanderregionen sind die Mittelgebirge links und rechts des Rheins. Neben dem Hunsrück ist vor allem das wildromantische Ahrtal meine Lieblingsdestination.

Beruflich sitze ich in meinem Home Office und schreibe, lektoriere, korrigiere, und verdiene mein Geld mit allem, was mit Schreiben zu tun hat. Im Moment sitze ich an einem Bildband, der noch ganz unentdeckte Destinationen zum Gegenstand hat.

  1. Seit wann wanderst du und wie bist du dazu gekommen?

Als jemand, der auf dem Dorf aufgewachsen ist, bin ich als Kind nicht gewandert. Ich war einfach immer draußen, sooft es ging. Erst als ich in Köln wohnte, kam ich über die Familie meiner Frau mit dem Wandern in Berührung (ab ca. 1980). Anfänglich waren es hauptsächlich Touren in den Ammergauer Alpen, dann in Graubünden, später auch in der Toscana und Provence.

Nach und nach entdeckte ich aber die Schönheit Deutschlands. Dann ergaben sich erste Möglichkeiten für den DuMont Reiseverlag auch Wanderführer zu schreiben.

  1. Warum magst du das Wandern?

Ich wandere oft alleine. Dann kann ich einfach abschalten, alles, was mich die Woche über so bewegt hat, einfach vergessen. Dann können die Gedanken einfach laufen, dann kann auch mal Abwegiges und Querliegendes im Kopf Platz haben, daraus entstehen oft neue Sichtweisen auf meine Leben, neue vielversprechende Ideen.

Wenn ich dann nach einem Wanderwochenende sonntagsabends zu Hause sitze, fühle ich mich ruhig, entspannt und sehr ausgeglichen. Ich behaupte, dass mir das Wandern vor ca. vier, fünf Jahren das Leben gerettet hat. Ich hatte damals beruflich über zwei, drei Jahre richtig Stress, habe kaum noch richtig geschlafen. In dieser Zeit habe ich nur durch das Wandern immer wieder mein inneres Gleichgewicht gefunden und abschalten können.

Ich liebe wildromantische Landschaften, urwüchsige Wälder und das Spiel des Sonnenlichtes in den Blättern der Bäume. Aber auch wenn mir stürmischer Wind auf Bergspitzen ins Gesicht bläst, fühle ich mich draußen zu Hause.

  1. Hast du eine Wanderstrecke/Gegend, die dir besonders gut gefällt?

Ja, ganz aktuell: Der neue AhrSteig-Verbindungsweg. Er ist seit Anfang Januar dieses Jahr offiziell freigegeben und er ist landschaftlich ein absolutes Highlight, abwechslungsreich und mit seinen vielen Steigungen eine Herausforderung für die Kondition. Ansonsten der AhrSteig allgemein und der Saar-Hunsrück-Steig.

  1. Wie wichtig ist dir deine Ausrüstung, wenn du wanderst?

Hans Joachim Anderswandern2Ich habe lange Jahre keinen großen Wert auf Ausrüstung gelegt. Ich bin samstagsmorgens los, habe meist nur ein wenig Obst oder ein belegtes Brot/Brötchen eingepackt und bin dann einfach raus. Ich bin mit allen Arten von Schuhen schon unterwegs gewesen (Turnschuhe, Straßenschuhe, Sandalen, Wanderstiefel), aber ich bin auch schon barfuß gelaufen. In dieser Zeit habe ich auch keine speziellen Wanderklamotten getragen. Ich finde, das Thema Outdoorausrüstung ist heute völlig überbewertet.

Lediglich auf einen vernünftigen Rucksack habe ich immer Wert gelegt. Aber es war nie ein ausgesprochener Wanderrucksack, sondern immer ein Rucksack, der vielfältig verwendbar sein sollte. So habe ich mir mit der Zeit eine Reihe von Rucksäcken angeschafft. Am häufigsten verwende ich bei Tagestouren einen kleinen Daypack (freetime Badger), für etwas ausgedehntere Touren, vor allem wenn der Laptop auch noch mit soll, einen Dakine Duel mit extra Laptop-Fach. Beide haben schon ihre Jahre auf dem Buckel, aber sind immer noch top in Schuss.

  1. Auf was könntest du auf einer Wandertour am wenigsten verzichten?

Auf meine gute Kondition.

  1. Worauf achtest du beim Rucksack-Kauf? Bzw. Was sollte ein guter Wanderrucksack in deinen Augen haben?

Der Wanderrücksack sollte möglichst viele, aber sinnvolle Fächer haben, sodass sich Dinge, die sich nicht zusammen vertragen, auch getrennt sind (z.B. Laptop und Wasserflasche). Er sollte stabil sein. Er sollte gut gepolstert sein, dabei auch schon mal einen Sturz abfedern. Gleichzeitig sollte er einen vernünftigen Abstandhalter für den Rücken haben, damit der Rückenschweiß gut verdunsten kann. Die Trageriemen sollten breit und weich sein.

Vielen Dank Hans-Joachim für das Interview!


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